Das Electrisize Festival auf dem Klostergelände von Haus Hohenbusch ist am Sonntagabend zu Ende gegangen.
Über 150 Acts, drei Tage Ausnahmezustand – und auch bei den Machern selbst – pure Zufriedenheit. Raphael Meyersieck fasst es so in Worten: „Für mich war es das schönste, beste und gleichzeitig immer noch familiärste Electrisize.“ Wie herzlich es hinter den Kulissen tatsächlich zugeht, zeigte sich am Samstagabend. Die aufwendig geplante Feuerwerks-Ceremony verzögerte sich, weil ein Teil der Crew wegen der Sperrzone nicht rechtzeitig von der Mainstage kam, um das Spektakel zu schauen. Mitveranstalter Michael Frentzen ließ deshalb die Show kurzerhand stoppen – erst als das komplette Team beisammen war, ging es weiter mit Licht, Lasern und reichlich Feuerwerk.

Musikalisch bot das Wochenende zahlreiche Höhepunkte. Mia Julia, Alle Farben und Oswald sorgten für Stimmung, während David Puentez und Gestört aber Geil das Publikum gemeinsam mit „Gut genug“ von Blumengarten zum Beben brachten. Auch Eko Fresh zeigte sich auf der Turbo Stage begeistert und schrie während des Auftritts ins Publikum: „You made my day! Ihr seid das Geilste, was dieses Wochenende passiert ist“. Das DJ-Duo Showtek lobte besonders die musikalische Bandbreite des Festivals über die inzwischen acht Stages hinweg.
Ein dickes Jubiläum gab’s dieses Jahr auf der Hardstyle Stage. 10 Jahre Hardsize, gefeiert mit Schwergewichten wie Brennan Heart, Sickmode, Ran-D und Coone. Zum Festivalabschluss am Sonntag wurde die Stage noch einmal ausgereizt – hunderte Fans feierten zwischen den alten Übersee-Containern und hinterließen auch bei den Headlinern Eindruck. Neu war in diesem Jahr das Industrial-Konzept der Tapuya Stage, das laut Stage-Producer Jan Weber bei den Gästen bestens ankam. Die Stage war so gebaut, dass direkt links und rechts neben dem DJ-Pult Tribünen standen, auf denen getanzt werden konnte – unabhängig vom VIP-Status.

Abseits der Stages hatte das Electrisize dieses Jahr einiges am Start. Die „Artist Signing Sessions“ neben der Tapuya Stage waren der Place-to-be für alle, die ihren Lieblings-Act mal aus der Nähe treffen wollten – David Puentez, Kati K, 2 Engel & Charlie, Gestört aber Geil und Dr. Donk haben sich für Autogramme und Selfies für ihre Fans Zeit genommen. Neu dazugekommen ist außerdem die „Valley of Sound“ Stage, die aus einer Festival-Kooperation mit dem gleichnamigen Festival in Österreich entstanden ist. Und dann war da noch „The Source“ – eine grüne Oase abseits der Stages, wo man zwischen zwei Sets mal runterkommen und neue Energie tanken konnte. Der Zuspruch war so groß, dass sämtliche Kurse, von DIY-Perlenarmbändern bis zu Root & Bloom-Workshops, restlos ausgebucht waren.
Auch aus Sicherheitssicht zog das Festival eine positive Bilanz. Das Deutsche Rote Kreuz behandelte 485 Patienten, deutlich weniger als in den Vorjahren – nur 15 Rettungstransporte waren nötig, halb so viele wie 2025. DRK-Leiter Manuel Rohde führte den leichten Anstieg der Einsätze am Samstagabend auf die hohe Besucherzahl zurück. Ordnungsdienst-Leiter Dominik Kalenberg lobte die reibungslose Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte trotz großer Hitze, und auch die Feuerwehr Erkelenz unter ihrem stellvertretenden Leiter Ingo Rolfs meldete keine nennenswerten Zwischenfälle.
Zeit zum Durchatmen bleibt dem Team um Raphael Meyersieck und Michael Frentzen kaum – die Planungen für die 18. Ausgabe laufen bereits auf Hochtouren. Vom 6. bis 8. August 2027 heißt es dann wieder: Haus Hohenbusch wird zur größten Festival-Bühne im Raum Düsseldorf.
