Kindertheater

WER? WIE? WAS? WO? WAL! WARUM?

Kleine Tat mit großen Folgen – eine Ozeanfabel aus unserer Zeit für Weltverbesserer

Ein achtlos weggeworfenes Stückchen Plastik sinkt hinab bis auf den Grund des Ozeans. Dort ist es längst nicht allein: Ein gewaltiger Teppich aus Müll hat sich dort verfangen, verheddert in unzähligen alten Fischernetzen. Genau hier lebt der große Wal – doch sein Zuhause ist eng geworden. Immer wieder verfängt er sich in dem ganzen Gewirr. Öffnet er sein Maul für einen großen Schluck Wasser, schwimmen ihm statt saftiger Garnelen nur zähe Plastikfetzen entgegen. Ihm wird ganz elend davon. Und warum bloß ist es hier unten so finster, ohne einen einzigen Sonnenstrahl? Er muss auftauchen, dringend Luft holen – und die Sonne begrüßen, mit einer stolzen Fontäne. Doch etwas hält ihn fest. Verzweifelt schickt der Wal seinen Hilferuf hinaus in die endlosen Weiten des Meeres. Wird ihn jemand hören?

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DIE KAKAO-KUH UND DER FALSCHE FUSS – Burghofbühne Dinslaken

Wer mit dem falschen Fuß aufsteht, für den geht der ganze Tag schief – das weiß jedes Kind. Erst beißt man sich auf die Zunge, dann kommt der Schluckauf, dann klemmt der Reißverschluss. Eines Morgens hat die Kakao-Kuh solche Angst davor, dass sie es lieber gar nicht erst riskiert und einfach liegen bleibt. Blöd nur: Ohne sie gibt es keinen Kakao für Karl und Heinz und die restliche Freundesrunde. Da soll der Muskelkater helfen, der so kräftig ist, dass er sonst alles stemmen, schieben oder drehen kann. Doch die Kakao-Kuh bringt selbst ihn völlig aus der Puste – und schon liegt auch er erschöpft daneben. Karl und Heinz fassen einen Plan: Ein Kuchen soll neue Energie bringen. Dafür brauchen sie zunächst Geld vom Barschwein und anschließend Backzutaten vom Hamster Futschikato, der so ziemlich alles gehortet hat, was man sich vorstellen kann. Bis der Kuchen fertig gebacken ist und die Kakao-Kuh endlich wieder auf allen vieren steht, erleben die beiden noch das eine oder andere Abenteuer…

Torsten Böhm hat aus Bernhard Lassahns liebevoll durchgeknallter Bilderbuchwelt mit Muskelkater, Barschwein, Nullbock & Co. ein herrlich komisches Theaterstück gemacht, in dem zwei Darsteller:innen in immer neue Rollen schlüpfen – mit jeder Menge Spielfreude.

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DIE WAHRHEIT ÜBER DEN FROSCHKÖNIG

Endlich erfahren wir, was uns die Brüder Grimm alles verschwiegen haben.

Achim Sonntag stöbert leidenschaftlich gern auf Flohmärkten – und ist dort kürzlich auf ein überdimensionales Buch mit vielversprechendem Titel gestoßen: „Die Wahrheit über den Froschkönig“. In sieben verschiedene Rollen schlüpfend, springt er von einer Figur zur nächsten und erzählt seinem Publikum, was wirklich geschah: Wie wurde aus dem Frosch überhaupt ein Frosch, und was erlebte er, bevor er im Brunnen der Prinzessin landete? Erst muss er sich an seine neue Fortbewegungsart und Ernährung gewöhnen, dann eine Straße überqueren und einem hungrigen Storch entkommen. Und auch am Ende wartet noch eine handfeste Überraschung.

Achim Sonntag präsentiert das Grimm’sche Märchen in völlig neuem Gewand: originell, witzig, temporeich und mit ansteckender Spielfreude erzählt.

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DIE BREMER STADTMUSIKANTEN

Esel, Hund, Katze und Hahn sind nicht mehr die Jüngsten – ausgedient, nicht mehr gebraucht und vom Hof verjagt. Doch die vier haben nichts mehr zu verlieren und wagen den Aufbruch ins Ungewisse: Sie tun sich zusammen und machen sich auf nach Bremen, um dort als Stadtmusikanten ihr Glück zu versuchen. Der Weg ist lang, und als es Nacht wird, meldet sich der Hunger. Da entdecken sie im Wald eine Hütte – mit reich gedecktem Tisch! Der Haken: Es ist das Versteck einer Räuberbande. Was tun? Als angehende Musiker bleibt den vieren nur ein Mittel – ihr Gesang. Sie singen aus vollem Hals, so schrecklich schief, dass die Räuber in heller Panik das Weite suchen. Mit diesem einzigen, denkbar unfreiwilligen Auftritt erobern sie das Haus und lassen es sich beim Festmahl gutgehen. Berühmt werden sie am Ende trotzdem – nie haben sie eine Platte aufgenommen, nie Bremen erreicht, und doch lebt ihre Geschichte bis heute fort. Wohl kaum wegen ihrer Musik – sondern wegen dieser Geschichte selbst.

Ein Stück über Mut, Zusammenhalt und die Kraft gemeinsamen Handelns.

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Die Kindertheaterstücke sind empfohlen ab einem Alter von 4-5 Jahren.

Tickets können auf der Startseite unter der Rubrik „Vorschau – Anstehende Veranstaltungen“ online gekauft werden, wenn diese freigeschaltet sind. Klicke hierfür auf den jeweiligen Ticketpreis. Danach gelangst du direkt in den Ticketshop.

Quelle: Kultur GmbH Erkelenz

Theater-Abend & Gastspiele

Pension Schöller

Landestheater Castrop-Rauxel
Lustspielklassiker von Wilhelm Jacoby & Carl Laufs

Der rüstige Rentner Philipp Klapproth bringt seine Familie mit seinem Hang zu Abenteuern regelmäßig zur Verzweiflung. Als er bei einem Berliner Caféhausbesuch seinen Neffen Alfred drängt, ihm einen Besuch in einer Nervenheilanstalt zu vermitteln, weiß dieser sich zunächst keinen Rat. Auf den Rat der Kellnerin hin schummelt er sich aus der Zwickmühle: Statt in die Anstalt führt er den Onkel kurzerhand in die Pension Schöller, deren Gäste für ihre schrägen Marotten weithin bekannt sind. Klapproth ist begeistert – die schrulligen Pensionsgäste übertreffen jede seiner Erwartungen. Die Freude währt jedoch nur kurz: Eine unbedacht ausgesprochene Einladung sorgt dafür, dass die gesamte skurrile Gesellschaft auf Klapproths Landgut auftaucht – und dort für ein herrliches Chaos sorgt.

Mit der Uraufführung von „Pension Schöller“ gelang Wilhelm Jacoby und Carl Laufs 1890 einer der größten Erfolge der deutschen Theatergeschichte. Bis heute verzaubert das Stück das Publikum und lässt im Parkett kein Auge trocken.

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DIE WEISSE ROSE – DIE LETZTEN TAGE DER SOPHIE SCHOLL

Drama von Jens Heuwinkel
Junges Theater Bonn

Ab Anfang 1943 verfassen und verbreiten die Geschwister Hans und Sophie Scholl unter großer persönlicher Gefahr eine Reihe von Flugblättern, mit denen sie das NS-Regime anklagen. Die aus einem christlich-liberalen Elternhaus stammenden Studierenden unterzeichnen ihre selbst gedruckten Texte mit „Die Weiße Rose“ und verteilen sie in München sowie per Post an Widerstandskreise in anderen Städten. Das sechste und letzte Flugblatt ruft schließlich unverhohlen zum Sturz des Regimes auf. Als ein Hausmeister der Universität die Geschwister beim Verteilen beobachtet, werden sie festgenommen und dem Gestapo-Kommissar Robert Mohr zum Verhör vorgeführt. Dieser zeigt sich zunehmend beeindruckt von Sophies Gelassenheit, Klarheit und ihrem Mut – sie versucht, die alleinige Verantwortung auf sich zu nehmen, um ihren Bruder Hans vor dem Todesurteil zu bewahren.

Regisseur Jens Heuwinkel inszeniert für das JTB ein eindringliches Drama über Sophie Scholls letzte, in Isolation und Verhören verbrachte Tage. Grundlage des Stücks bilden historische Protokolle und Zeitzeugenberichte.

Sophie und Hans Scholl sowie ihre Mitstreiter der „Weißen Rose“ zählen zu den bekanntesten Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus. Ihr Mut, ihre Entschlossenheit und ihre Bereitschaft, für die eigenen Überzeugungen das Leben zu riskieren, machen sie bis heute zu Vorbildern für junge Menschen weltweit.
 
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LOLA BLAU

Theaterrevue von Georg Kreisler
Frankfurter Ensemble

Die junge Lola Blau träumt von einer Karriere als Schauspielerin – ein Traum, den der heraufziehende Krieg jäh zerstört. Sie flieht nach Amerika, schlägt sich dort mit Nachtclub-Auftritten durch und verliert sich zunehmend im Alkohol. Ihr Freund überlebt zwar das Konzentrationslager, doch für ein gemeinsames Leben ist zu viel zerbrochen. Als Lola Jahre später nach Wien zurückkehrt, muss sie erkennen: Die Menschen ändern sich nicht – „…trallala, so ist das Leben“.

Georg Kreislers Solomusical für eine singende Schauspielerin vereint virtuosen Witz mit melancholischer Tiefe in Musik und Text. In der Bearbeitung von Ingrid El Sigai wird Lolas fiktive Geschichte mit Originalaufnahmen der Zeitzeuginnen Aviva Goldschmidt und Eva Szepesi verwoben – eine bewegende Verbindung aus Musik, Theater und Dokumentation.

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HILFE, MEIN MANN WIRD MUTTER!

Komödie von Frank Pinkus
Produktion Flin Theater Wuppertal

Endlich schwanger! Ein Paar, das sich lange ein Kind gewünscht hat, steht kurz vor dem Ziel – mit allem, was dazugehört: Launen auf der einen, Nerven zum Zerreißen auf der anderen Seite. Der Clou dieser Komödie: Beide Partner sind Männer, und ihr langgehegter Adoptionswunsch geht nun endlich in Erfüllung. Während „Vater“ Wolfgang die frohe Botschaft kaum fassen kann, stürzt sich „Mutter“ Ulli mit voller Begeisterung in seine neue Rolle – und zwar gründlicher, als Wolfgang lieb ist. Ulli will die letzten Wochen bis zur Geburt als echte werdende Mutter durchleben und sämtliche Phasen einer Schwangerschaft am eigenen Leib nachempfinden. Je näher der Termin rückt, desto zickiger wird er – zum wachsenden Entsetzen seines Partners. Und als ausgerechnet jetzt Wolfgangs Tochter Nina, Frucht eines früheren „Ausrutschers“, aus Italien zurückkehrt, gerät die kleine Familie endgültig aus den Fugen.

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ANDORRA – Max Frisch

Theater
Landestheater Burghofbühne Dinslaken

Eigentlich hat niemand in Andorra etwas gegen Andri, den Pflegesohn des Lehrers – er sei eben „anders“, schließlich sei er Jude. Deshalb habe er ein Gespür fürs Geld, sei feige, gefühllos, triebhaft – so sei das nun mal bei den Juden, heißt es. Andri beginnt, diese Zuschreibungen zu übernehmen: Er akzeptiert, dass für ihn andere Maßstäbe gelten und vieles komplizierter ist – er ist ja „Jud“. Dabei liebt er, wie jeder andere auch, Barblin, die Tochter des Lehrers, und will sie heiraten. Doch der Lehrer verweigert seinen Segen. Erst spät kommt die Wahrheit ans Licht: Andri ist der leibliche Sohn des Lehrers, die beiden Liebenden also Halbgeschwister – und Andri ist gar kein Jude. Doch die Wahrheit findet kein Gehör. Angst und Misstrauen greifen um sich, bis Andorra über Nacht von den „Schwarzen“ überfallen wird. Deren Versprechen: Wer kein Jude ist, hat nichts zu befürchten. Ausgerechnet jetzt beharrt Andri darauf, einer zu sein – sein Leben lang hat man ihm eingeredet, wer er sei, und nun nimmt er diese Identität an. Eine „Judenschau“ soll Klarheit schaffen. Und natürlich wird man fündig…

Max Frischs zeitloses Stück seziert schonungslos, wie menschenverachtende Mechanismen entstehen – während sich alle Beteiligten sicher sind: „Ich bin nicht schuld daran.“ Ein Klassiker, der heute so aktuell ist wie eh und je.

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DER KONTRABASS – Patrick Süskind

Theaterstück
Mit Benjamin Hille · Regie: Wolfgang Graczol

Ein herrlich schrulliger Kontrabassist erzählt mit trockenem Humor und wachsendem Bierpegel aus seinem Leben als verbeamteter Orchestermusiker. Sein größter Wunsch: Anerkennung – und vor allem die Aufmerksamkeit der Sopranistin Sarah, die im Rampenlicht glänzt, aber keinen Blick für ihn tief unten im Orchestergraben übrig hat. Was bleibt, ist eine zunehmend absurde Hassliebe zu seinem sperrigen Instrument, das er einerseits als Herzstück des Orchesters und Fundament jeder Komposition verehrt. Doch je mehr Alkohol fließt, desto deutlicher bricht sich sein wahrer Frust Bahn – aus Liebeserklärungen werden Tiraden gegen den „Dreckskasten“. Einsamkeit und die unerfüllte Sehnsucht nach Sarah runden das Bild eines Mannes ab, der nie ausleben durfte, was er wirklich empfindet.

Entstanden ist das Psychogramm eines Menschen, dem keine Bühne für seine echten Gefühle bleibt. Mit entwaffnender Offenheit, tragikomischem Timing und feinem Gespür zeichnet Süskind die inneren Konflikte seiner Figur nach. Aus einem zunächst ironischen Musikerporträt entwickelt sich so eine dichte Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Unsichtbarkeit, verdrängter Leidenschaft und innerer Einsamkeit. Der Kontrabass selbst wird zum Sinnbild für all das, was wir mit uns tragen, obwohl es uns belastet.

Patrick Süskind, geboren 1949 in Ambach am Starnberger See, wurde vor allem durch den Welterfolg „Das Parfum“ bekannt – doch bereits 1981 begeisterte er mit „Der Kontrabass“. Seine präzise Sprache, sein feiner Witz und sein Gespür für die Abgründe hinter alltäglichen Figuren machen ihn zu einem Meister psychologischer Erzählkunst.

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