Bundesweiter „Warntag“ am 8. Dezember

Ein bundesweiter „Warntag“ findet am 8. Dezember statt. Ziel ist es, die vorhandene Warninfrastruktur zu testen. Ab 11 Uhr werden die deutschlandweit vorhandenen Warnmittel erprobt. Das Ende der Probewarnung ist für 11.45 Uhr angesetzt.

Die Probewarnung wird durch die Warnzentrale des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) durchgeführt und an alle Warnmultiplikatoren gesendet. Das sind beispielsweise Rundfunkanstalten und Medienunternehmen, die die Probewarnung wiederum in ihre Nachrichtenkanäle weiterleiten.

Durch die Warn-App „NINA“ (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) wird ebenfalls eine bundesweite Probewarnung versendet.
NINA versendet standortbezogene Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes für unterschiedliche Gefahrenlagen. Dies können zum Beispiel ein Großbrand oder eine Gefahrstoffausbreitung sein. Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen der zuständigen Bundesländer sind ebenfalls integriert. Die App gibt es für die Betriebssysteme IOS und Android und kann kostenlos heruntergeladen werden.

Erstmals wird der Warnkanal Cell Broadcast getestet. Das ist ein Mobilfunkdienst, mit dem SMS an alle Smartphones und Handys gesendet werden, die sich in einem bestimmten Abschnitt des Mobilfunknetzes befinden. Der neue Warnkanal befindet sich derzeit im Aufbau. Die Aufnahme des Warnkanals in den regulären Betrieb ist für Februar 2023 geplant. Cell Broadcast soll die bereits bekannten Warnmittel ergänzen und für eine noch breitere Streuung von Warnmeldungen sorgen. 

Parallel zur bundesweiten Probewarnung werden die 21 Sirenen im Erkelenzer Stadtgebiet getestet. 

Der bundesweite Warntag findet nach 2020 zum zweiten Mal statt. Ziel ist es, die Abläufe im Fall einer Warnung mit allen Beteiligten zu testen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzudecken. Darüber hinaus soll die Bevölkerung für den richtigen Umgang mit Gefahrensituationen sensibilisiert werden. 

Weiteres Informationsmaterial zum Thema Warnung gibt es unter: https://warnung-der-bevoelkerung.de

Verfallszeitpunkt: 8. Dezember 2022

Weihnachtsmarkt im Feuerwehrmuseum

Am Wochenende des dritten Advents findet im rheinischen Feuerwehrmuseum in Lövenich ein Adventsmarkt statt. Der Eintritt ist kostenfrei.

An etwa 30 Ständen bieten heimische Hobbykünstlerinnen und Handwerker viele Produkte an. Unter anderem sind Weihnachtsschmuck, festliche Dekorationen, Töpfer- und Klöppelarbeiten, Holzkunst, Keramik, Stoffarbeiten, Liköre und Leckerbissen im Angebot. Zusätzlich ist ein Infostand der Jugendfeuerwehr vertreten.
Gleichzeitig kann die Sammlung des Museums besichtigt werden. Für Kinder steht die Spielecke mit dem Feuerwehr-Spielmobil zur Verfügung.
Kaffee, Kuchen und Glühwein runden die beiden Ausstellungstage in adventlicher Atmosphäre ab.

Der Weihnachtsmarkt im Feuerwehrmuseum (Hauptstraße 23, Lövenich) ist am Samstag, 10. Dezember, von 14 bis 18 Uhr und Sonntag, 11. Dezember, von 11 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Am Sonntag wird der Musikverein Lövenich ab 14 Uhr ein Weihnachtskonzert geben.

Verfallszeitpunkt: 14. Dezember 2022

Vorübergehend: Kostenfreies Parken in Erkelenz

Ab dem 1. Dezember werden die Parkgebühren öffentlicher Parkplätze in der Erkelenzer Innenstadt vorübergehend ausgesetzt. Grund ist ein Beschluss des Stadtrats, der Park-Alternativen während des Abrisses des Parkhauses Ostpromenade und des Neubaus der Mobilstation gefordert hatte. Die Flächen werden weiterhin durch Parkscheiben bewirtschaftet, die Parkdauer bleibt befristet.

 

Für frei zugängliche Parkbuchten und straßenbegleitende Parkflächen sowie öffentliche Parkplätze gilt ab dem 1. Dezember 2022 die Parkscheibenregelung. Die maximale Parkdauer der bewirtschafteten Parkplätze bleibt von der Änderung unberührt. „Der Parkschein wird durch die Parkscheibe ersetzt, alles andere bleibt unverändert“, betont Anja Minkenberg vom Rechts- und Ordnungsamt der Stadt Erkelenz. Je nach Lage gilt im Stadtkern eine Parkdauer von 15 Minuten bis zu drei Stunden, über den Park-Zeitraum steuert die Stadt Erkelenz die Nutzung der Parkflächen.

Darüber hinaus wurden aufgrund des politischen Beschlusses rund 25 weitere Parkplätze auf dem Dr.-Josef-Hahn-Platz, dem Burgparkplatz, geschaffen, um die durch die Baumaßnahme wegfallenden Parkplätze zu kompensieren. Der Abriss des Parkhauses an der Ostpromenade beginnt Anfang 2023.

Die zusätzlichen Parkplätze auf dem Dr.-Josef-Hahn-Platz werden zurückgenommen, wenn die Mobilstation fertiggestellt ist. Dann werden auch die Parkgebühren wieder erhoben.

Rund 300.000 Euro Parkgebühren erhält die Stadt Erkelenz jährlich, Ausnahmen sind Corona-bedingte Mindereinnahmen in den vergangenen zwei Jahren. Die Gebühren werden unter anderem genutzt, um die Parkplätze instand zu halten. Somit zahlen bei der Stadt Erkelenz diejenigen für die Instandhaltung, die die Parkflächen nutzen. In 2023 werden die Instandhaltungsarbeiten durch den allgemeinen Haushalt finanziert.

Verfallszeitpunkt: 31. Dezember 2022

Müllkalender wird verteilt

Der Müllkalender der Stadt Erkelenz für das Jahr 2023 wird im Zeitraum vom 5. bis 16. Dezember (49. und 50. Kalenderwoche) an alle Haushalte und Gewerbebetriebe im Stadtgebiet als Postwurfsendung verteilt.

Wer keinen Müllkalender erhalten hat, kann dies in der Zeit vom 19. bis 22. Dezember 2022 bis 12 Uhr unter den Telefonnummern 02431/85-200 oder -219 mitteilen. Eine Nachverteilung erfolgt zwischen dem 27. und 30. Dezember 2022.

Ab dem 2. Januar 2023 kann der Kalender auch an der Infotheke im Bürgerbüro abgeholt werden. Zudem steht er dann online zur Verfügung unter

www.erkelenz.de/de/verwaltung/veroeffentlichungen/Abfall und www.schoenmackers.de.

Verfallszeitpunkt: 16. Dezember 2022

Lesung mit Kurt Lehmkuhl & René Wagner

„Spannende, heitere & kriminelle Geschichten“

Ein wenig Atmosphäre durch ein Publikum soll herrschen, wenn am Sonntag, 11. Dezember, eine Lesung in Haus Hohenbusch stattfindet, die als Online-Lesung weltweit per Liveübertragung nachverfolgt werden kann. Die beiden Vorleser aus Erkelenz, Hörbuchsprecher René Wagner und Autor Kurt Lehmkuhl, wollen von 17 bis 19 Uhr ihr Publikum mit spannenden und heiteren, kriminellen und ungewöhnlichen Geschichten unterhalten. „Es macht natürlich viel mehr Spaß, vor einem Publikum zu lesen als vor einer Kamera“, sagt Wagner. „Hier bekommt man jede Reaktion mit und spürt sofort, ob eine Geschichte die Zuhörer fesselt oder ihn zum Lachen bringt.“ Wagner und Lehmkuhl wollen Geschichten auswählen, in denen nach Möglichkeit auch etwas von der Atmosphäre des ehemaligen Kreuzherrenklosters widergespiegelt wird.  

Wegen der Raumgröße ist nur eine begrenzte Zuhörerzahl möglich. „Wer interessiert ist, sollte sich daher schnell um eine Eintrittskarte bemühen“, sagt Lehmkuhl.

Erhältlich sind die Karten zum Preis von 10 Euro per E-Mail unter tickets@dievorleser.de, telefonisch können sie unter 02431-9743597 vorbestellt werden. Wer keinen Platz mehr ergattert, hat immer noch die Möglichkeit, per Internet zuzuhören: Über die Plattform Calaios.eu kann man Online-Tickets für 3 bis 5 Euro erwerben und sich für den Livestream registrieren lassen.

Quelle: Kurt Lehmkuhl

Verfallszeitpunkt: 11. Dezember 2022

Angelus-Konzert

An jedem 1. Samstag im Monat und an den vier Adventssamstagen um 11.30 Uhr, findet in der Kath. Pfarrkirche St. Lambertus Erkelenz wieder die beliebte Reihe der „Angelus-Konzerte“ statt. Ca. 30 Minuten lang erklingen Texte und Musik, die zur Ruhe und Einkehr einladen.

Das nächste Angelus-Konzert am Samstag, den 3. Dezember 2022, um 11.30 Uhr, gestaltet Kantor Marius Horstschäfer aus Köln. Er studierte Kirchenmusik (A) und Orgel an der Musikhochschule in Köln. Seit 2002 wirkt er als Kantor im Seelsorgebereich Köln Sülz/Klettenberg mit Dienstsitz an der Pfarrkirche St. Nikolaus, darüber hinaus seit 2015 als Lehrbeauftragter für Gregorianik an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. An der neuen Scholz-Orgel (IV/55) erklingen Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750), Moritz Brosig (1815-1887), Oskar Lindberg (1887-1955) und Hermann Schroeder (1904-1984). Der Eintritt ist frei – Spenden werden erbeten.

Quelle: Stefan Knauer

Verfallszeitpunkt: 3. Dezember 2022

Erkelenzer Stadtarchiv: Wertvoller Neuzugang

Am 15. November wurden Kirchenordnungen des 18. Jahrhunderts als Schenkung vom Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv an das Stadtarchiv Erkelenz übergeben. Dr. Claudia Kauertz, Leiterin des Hauses der Essener Geschichte/Stadtarchiv, hatte den Band mit Kirchenordnungen aus dem Nachlass des Schwanenberger Pastors Johannes Lauf(f)s bei Verzeichnungsarbeiten gefunden.

 

Bei dem Band handelt es sich um einen historischen Druck mit dem Titel „Kirchenordnungen in den christlich Reformierten Gemeinden in den Ländern Gülich, Kleve, Berg, Marck“. Das Werk wurde 1754 von Hermann Ovenius, Universitätsbuchdrucker zu Duisburg herausgegeben. Er enthält die rechtlichen Grundlagen zur Verfassung und Organisation der reformierten Gemeinden in den Herzogtümern Kleve, Jülich und Berg sowie der Grafschaft Mark, die nach Abschluss des Jülich-Klevischen Erbfolgestreits durch einen Teilungsvertrag neu geregelt worden waren. Mit dem Teilungsvertrag erhielt der Kurfürst von Brandenburg das Herzogtum Kleve und die Grafschaft Mark, während der Herzog von Pfalz-Sulzbach die Herzogtümer Jülich und Berg bekam.

Da die in dem Band erstmals gesammelt veröffentlichten Verordnungen etwa 100 Jahre geltendes Recht für die reformierten Gemeinden in den genannten Gebieten waren, handelte es sich bei dem Buch um ein Standardwerk, das in keiner reformierten Pfarrerbibliothek fehlen durfte.

Ein Vermerk belegt, dass das Buch aus dem Nachlass des reformierten Schwanenberger Pastors Johannes Lauffs stammt. Dieser wurde am 29. November 1734 in Eschweiler geboren und am 6. März 1767 Pfarrer in Schwanenberg. Das Dorf Schwanenberg, heute ein Ortsteil von Erkelenz, gehörte vor der französischen Besetzung der Rheinlande 1794 zur Reichsherrschaft Wickrath, die sich im Besitz der Adelsfamilie Quadt zu Wickrath befand. Ebenso wie die Besitzerfamilie gehörten auch die Menschen in Schwanenberg dem reformierten Bekenntnis an und bildeten damit eine Enklave in einem ansonsten katholischen Gebiet. So war auch die Stadt Erkelenz als Teil des lange zu den spanischen Niederlanden gehörenden Herzogtums Geldern katholisch. Die Bevölkerung Schwanenbergs ist hingegen bis heute mehrheitlich protestantisch.

Verfallszeitpunkt: 23. Dezember 2022

Erkelenz: Welche Regeln bei Corona-Tests aktuell gelten

Das Drive-In Testzentrum Erkelenz bietet an der Kölner Straße seit April 2021 Schnelltests kontaktarm aus dem Auto heraus an. Im Vergleich zum Sommer haben sich die täglichen Testungen nahezu verdoppelt. Derzeit bietet das Testzentrum kostenlose Bürgertests, Testungen mit einem Eigenanteil von 3 € sowie kostenpflichtige Schnelltests für 15 € an.

Seit April 2021 bietet das Drive-In Testzentrum an der Kölner Straße in Erkelenz durchgängig von Montag-Sonntag sowie an Feiertagen Corona-Schnelltests an. Die 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben seither diverse Entwicklungen der Corona-Pandemie hautnah miterlebt. Mit Beginn der Herbstmonate bemerke man erneut einen Anstieg an täglichen Testungen und damit einhergehend einen Anstieg an positiven Testungen. Mit knapp 3.000 Testungen pro Woche haben sich die Zahlen im Vergleich zum Sommer fast verdoppelt. „Einige Besucher kommen nur dann zu uns, wenn sie Symptome haben und sich die Erkrankung bestätigen lassen wollen. Der Zeitpunkt ist aber eigentlich zu spät, zumal sich Personen mit Symptomen nicht im Testzentrum, sondern in der Arztpraxis mit einem PCR-Test testen lassen sollten. Wir raten daher dazu, das Testzentrum symptomfrei und vor allem regelmäßig aufzusuchen, da die Schnelltests schon frühzeitig Infektionen erkennen und somit Mitmenschen vor Ansteckungen geschützt werden können.“, betont Testzentrum-Bertreiber Raphael Meyersieck.

Auch wenn die aktuelle Teststrategie, die keine kostenfreie Bürgertests für alle mehr vorsieht, bereits seit dem 30. Juni gültig ist, erlebe man weiterhin noch Verunsicherung bei der Terminbuchung. Die Besucher müssen hierbei gemäß der aktuellen Coronavirus-Testverordnung zwischen drei Kategorien wählen: dem kostenfreien Bürgertest, dem kostenpflichtigen Bürgertest für 3 € und dem kostenpflichtigen Schnelltest für 15 €. Kostenfreie Bürgertests erhalten Personen, die im selben Haushalt mit einer positivgetesteten Person wohnen, Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, Schwangere im 1. Trimester, Kinder unter 5 Jahren und Personen, bei denen ein Test zur Beendigung der Isolation („Freitesten“) erforderlich ist. Bei den genannten Personengruppen muss ein Nachweis über die Testberechtigung erfolgen. Außerdem haben Behandelte, Bewohner und Besucher von Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen, stationären Pflegeeinrichtungen oder Tagesklinken sowie pflegende Angehörige Anspruch auf einen kostenlosen Test. Bei diesen Personengruppen genügt eine Selbstauskunft.

Eine Eigenbeteiligung von drei Euro wird für Personen fällig, die am Tag der Testung eine Veranstaltung im Innenraum besuchen möchten, am Tag der Testung Kontakt zu Personen aufnehmen, die ein hohes Risiko haben, schwer an Covid-19 zu erkranken (Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Vorerkrankungen) sowie Personen, die in der Corona-Warn-App einen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko erhalten

haben. „Die Begründung für den Anspruch auf den 3 €-Test kann in allen Fällen den Testern vor Ort mündlich mitgeteilt werden. Hier genügt eine Selbstauskunft.“, erklärt Meyersieck. Wer den Schnelltest anlasslos in Anspruch nimmt und somit keine der auf der Website des Testzentrums aufgeführten Begründungen nennen kann, zahlt den vollen Betrag von aktuell 15 € pro Schnelltest.

Bei Fragen zur Terminbuchung oder bei Problemen bei der Testergebniszustellung können Besucher des Drive-In Testzentrums Erkelenz das Support-Team während der Öffnungszeiten per E-Mail kontaktieren.

 


Anschrift & weitere Infos:

Drive-In Testzentrum Erkelenz

Kölner Straße 70

41812 Erkelenz

Website: www.test-erkelenz.de

Support-Team: info@test-erkelenz.de


Öffnungszeiten:

Mo-Fr: 07:30-20:00 Uhr Sa: 8:00-18:00 Uhr

So: 8:00-18:00 Uhr

 

Quelle & Bildrechte (Tim Siebmanns): KulturGarten GmbH

Verfallszeitpunkt: 2. Januar 2023

Vorweihnachtliche Stimmung in Erkelenz

Die Vorweihnachtszeit bringt auch in diesem Jahr Licht und Besinnlichkeit nach Erkelenz und in die Dörfer. Weihnachtsbäume werden derzeit in Stadtteilen und Dörfern aufgestellt, das Adventsdorf auf dem Erkelenzer Markt nimmt Gestalt an und auch die Weihnachtsbeleuchtung des Gewerberings wird die Erkelenzer Innenstadt in der Adventszeit zum Strahlen bringen. Vom 21. November bis zum 23. Dezember ist das Adventsdorf geöffnet.

„Die Stadt Erkelenz bringt Licht in die dunkle Jahreszeit“, informiert Bürgermeister Stephan Muckel, und führt aus: „Es war eine bewusste Entscheidung, dass die Weihnachtsbeleuchtung in diesem Jahr aufgehängt wird und die Stadt Erkelenz wie gehabt Weihnachtsbäume aufstellt und beleuchtet. Wir möchten den Bürgerinnen und Bürgern vorweihnachtliche Stimmung bereiten, gerade wegen der aktuellen Herausforderungen.“

Das Adventsdorf und seine Highlights

Das Adventsdorf ist vom 21. November bis zum 23. Dezember täglich von 11.30 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Auf der Bühne unter den Arkaden des Alten Rathauses gibt es von Pop bis Weihnachtsmusik und Kasperletheater ein besinnliches Programm für jeden Geschmack und jedes Alter. Kunsthandwerker und Handwerkerinnen zeigen ihr Können und bieten ihre Werke zum Kauf an. An der Flexibude präsentieren täglich wechselnd soziale und karitative Einrichtungen sowie Hobbykünstlerinnen und -künstler ihre Produkte. Und natürlich gehören Schlemmen, Glühwein, Kakao, Waffeln und vieles mehr zum geselligen Beisammensein dazu. Tischreservierungen sind bereits jetzt über reservierungen.erkelenz@traditionundmarkt.com möglich. Der externe Betreiber „Tradition und Markt Franchise“ informiert darüber, dass auch in diesem Jahr keine Heizstrahler aufgestellt werden.

Auf das Baumschmücken am 1. Dezember um 16 Uhr gemeinsam mit Bürgermeister Stephan Muckel dürfen sich alle Kinder der Stadt freuen. Sie sind eingeladen, den Weihnachtsbaum im Erkelenzer Adventsdorf mit zu schmücken. Jedes Kind, das einen selbst gebastelten oder selbst gestalteten Baumschmuck aufhängt, bekommt ein „kuscheliges“ Dankeschön.

Verkaufsoffener Sonntag am 2. Advent – Der Nikolaus kommt

Die Geschäfte in der Innenstadt sind am Sonntag, 4. Dezember von 13 bis 18 Uhr verkaufsoffen. Und auch der Nikolaus hat seinen Besuch angekündigt. Um 16.30 Uhr startet er mit Pferdekutsche an der Volksbank und fährt mit musikalischem Geleit über die Kölner Straße zum Markt. Gegen 17 Uhr dürfen sich die Kinder über Tüten mit süßen Sachen freuen, die der Nikolaus mit Unterstützung des Bürgermeisters Stephan Muckel verteilen wird.

Tavernenabend auf der Burg Erkelenz

Ritter und Burgdamen kommen gern auf die Burg von Erkelenz und präsentieren auf Einladung der Freunde der Burg ein kleines, aber feines mittelalterliches Spektakel. Am ersten Adventswochenende findet ein mittelalterlicher Tavernenabend statt. Auf Fellen, bei Kerzenschein, mit Essen, Getränken und mittelalterlicher Live-Musik wird es auf der Burg gemütlich. Der Tavernenabend findet am 26. November von 15 bis 23 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Weihnachtsbäume und Beleuchtung

Jährlich stellt das Stadtmarketing 48 Weihnachtsbäume im Stadtgebiet von Erkelenz auf. „Dies wird auch in diesem Jahr unverändert der Fall sein. Die Weihnachtsbäume werden inklusive Beleuchtung bis spätestens 25. November durch die Mitarbeitenden des Baubetriebshofes an den bekannten Stellen aufgestellt“, berichtet Karin Jentgens vom Erkelenzer Stadtmarketing. Die innerstädtische Weihnachtsbeleuchtung des Gewerberings wird Erkelenz auch in der kommenden Adventszeit erhellen. „Allerdings wird die Beleuchtung in diesem Jahr nur im Kern der Innenstadt aufgehängt“, informiert Karin Jentgens.

Um die Vorweihnachtszeit ressourcenschonender zu gestalten, wird die Stadt Erkelenz in den kommenden Jahren dazu übergehen, Bestandsbäume mit Lichterketten zu beleuchten statt Weihnachtsbäume aufzustellen. Der Austausch von geschlagenen zu illuminierten Bäumen wird ab 2023 schrittweise erfolgen. Karin Jentgens erläutert: „Insbesondere in den Ortschaften, in denen noch ein entsprechender Baum gepflanzt werden müsste, wird es in den Folgejahren noch Weihnachtsbäume geben.“

 

Quelle: Stadt Erkelenz

 

 

Verfallszeitpunkt: 23. Dezember 2022

Erkelenzer Weihnachtsmärchen: „Das tapfere Schneiderlein“ (Brüder Grimm)

Ein Märchen zur Weihnachtszeit nach einer Idee von Bernd Roebers

    • Idee & Produktion: Bernd Roebers
    • Regie: Christine Laenen & Eugen Symanski

Besetzung:

    • Felix, das tapfere Schneiderlein: Hendrik Steinke
    • Musfrau Hempel: Sarah Herzog
    • Hofdame Wally: Angela Küppers-Bohn
    • Haushofmeister Albert: Oliver Bormann
    • Bauer Bräsig: José Garcia Catellanos
    • Königin Lisbeth: Hanna van Lück
    • Prinzessin Charlotte: Jennifer Gunder
    • Riese Pampel: Eugen Symanski
    • Riese Hampel: Stefanie Schrade
    • Einhorn Karfunkel: Liza Laenen
    • Wildschwein Simon: Daria Bohn

Wie das Erkelenzer Weihnachtsmärchen entstand

Seit 2011 trug Bernd Roebers die Idee mit sich, ein Märchen zur Weihnachtszeit in der Stadthalle Erkelenz aufzuführen und führte zunächst Gespräche mit der Kultur GmbH und mit dem Stadtmarketing der Stadt Erkelenz.

Am 3. Mai 2012 war es dann soweit. Im Büro der Kultur GmbH wurden in Gegenwart von Harald Roebers (Technik) und Dieter Fackendahl (Bühnenbau) die Verträge von Christoph Stolzenberger ( Kultur GmbH) und Bernd Roebers (Produzent) unterzeichnet. So wird nicht nur vielen Kindern die Möglichkeit gegeben, eine Theateraufführung zu besuchen. Sondern auch das satzungsgemäß festgelegte „Ziel “ des Vereins gleich im ersten Jahr erreicht, Erlöse an die Kinderkrebshilfe zu spenden. Leider ging der Bühnenbauer Anfang 2016 in den verdienten Ruhestand, was den Verein zu einer Zwangspause verdonnerte.  Gespräche im April 2019 führten dazu, dass mit der Kultur Garten GmbH eine überregional erfolgreiche Veranstaltungsfirma gewonnen werden konnte und ab Dezember 2019 wieder Aufführungen angeboten werden können.

„Kinder in die Märchenwelt zu entführen, ist das Schönste, was man erleben kann!“ 

– Bernd Roebers –

Kartenvorverkauf
    • Online 
    • Buchhandlung Viehausen, Erkelenz

Das tapfere Scheiderlein

Ein Märchen der Brüder Grimm

An einem Sommermorgen sass ein Schneiderlein auf seinem Tisch am Fenster, war guter Dinge und nähte aus Leibeskräften. Da kam eine Bauersfrau die Strasse herab und rief: „Gut Mus feil! Gut Mus feil!“ Das klang dem Schneiderlein lieblich in die Ohren, er steckte sein zartes Haupt zum Fenster hinaus und rief: „Hier herauf, liebe Frau, hier wird sie ihre Ware los.“

Die Frau stieg die drei Treppen mit ihrem schweren Korbe zu dem Schneider herauf und musste die Töpfe sämtlich vor ihm auspacken. Er besah sie alle, hob sie in die Höhe, hielt die Nase dran und sagte endlich: „Das Mus scheint mir gut, wieg sie mir doch vier Lot ab, liebe Frau, wenn’s auch ein Viertelpfund ist, kommt es mir nicht darauf an.“ Die Frau, welche gehofft hatte, einen guten Absatz zu finden, gab ihm, was er verlangte, ging aber ganz ärgerlich und brummig fort. „Nun, das Mus soll mir Gott gesegnen,“ rief das Schneiderlein, „und soll mir Kraft und Stärke geben,“ holte das Brot aus dem Schrank, schnitt sich ein Stück über den ganzen Laib und strich das Mus darüber. „Das wird nicht bitter schmecken,“ sprach er, „aber erst will ich den Wams fertig machen, eh ich anbeisse.“ Er legte das Brot neben sich, nähte weiter und machte vor Freude immer grössere Stiche.

Indes stieg der Geruch von dem süssen Mus hinauf an die Wand, wo die Fliegen in grosser Menge sassen, so dass sie herangelockt wurden und sich scharenweis darauf niederliessen. „Ei, wer hat euch eingeladen?“ sprach das Schneiderlein und jagte die ungebetenen Gäste fort. Die Fliegen aber, die kein Deutsch verstanden, liessen sich nicht abweisen, sondern kamen in immer grösserer Gesellschaft wieder. Da lief dem Schneiderlein endlich, wie man sagt, die Laus über die Leber, es langte aus seiner Hölle nach einem Tuchlappen, und „wart, ich will es euch geben!“ schlug es unbarmherzig drauf. Als es abzog und zählte, so lagen nicht weniger als sieben vor ihm tot und streckten die Beine. „Bist du so ein Kerl?“ sprach er und musste selbst seine Tapferkeit bewundern, „das soll die ganze Stadt erfahren.“ Und in der Hast schnitt sich das Schneiderlein einen Gürtel, nähte ihn und stickte mit grossen Buchstaben darauf „siebene auf einen Streich!“

„Ei was Stadt!“ sprach er weiter, „die ganze Welt soll’s erfahren! Und sein Herz wackelte ihm vor Freude wie ein Lämmerschwänzchen. Der Schneider band sich den Gürtel um den Leib und wollte in die Welt hinaus, weil er meinte, die Werkstätte sei zu klein für seine Tapferkeit. Eh er abzog, suchte er im Haus herum, ob nichts da wäre, was er mitnehmen könnte, er fand aber nichts als einen alten Käs, den steckte er ein. Vor dem Tore bemerkte er einen Vogel, der sich im Gesträuch gefangen hatte, der musste zu dem Käse in die Tasche. Nun nahm er den Weg tapfer zwischen die Beine, und weil er leicht und behend war, fühlte er keine Müdigkeit.

Der Weg führte ihn auf einen Berg, und als er den höchsten Gipfel erreicht hatte, so sass da ein gewaltiger Riese und schaute sich ganz gemächlich um. Das Schneiderlein ging beherzt auf ihn zu, redete ihn an und sprach: „Guten Tag, Kamerad, gelt, du sitzest da und besiehst dir die weitläufige Welt? Ich bin eben auf dem Wege dahin und will mich versuchen. Hast du Lust mitzugehen?“

Der Riese sah den Schneider verächtlich an und sprach: „Du Lump! du miserabler Kerl!“ – „Das wäre!“ antwortete das Schneiderlein, knöpfte den Rock auf und zeigte dem Riesen den Gürtel, „da kannst du lesen, was ich für ein Mann bin.“ Der Riese las: „Siebene auf einen Streich,“ meinte, das wären Menschen gewesen, die der Schneider erschlagen hätte, und kriegte ein wenig Respekt vor dem kleinen Kerl. Doch wollte er ihn erst prüfen, nahm einen Stein in die Hand, und drückte ihn zusammen, dass das Wasser heraustropfte. „Das mach mir nach,“ sprach der Riese, „wenn du Stärke hast.“

„Ist’s weiter nichts?“ sagte das Schneiderlein, „das ist bei unsereinem Spielwerk,“ griff in die Tasche, holte den weichen Käs und drückte ihn, dass der Saft herauslief. „Gelt,“ sprach er, „das war ein wenig besser?“

Der Riese wusste nicht, was er sagen sollte, und konnte es von dem Männlein nicht glauben. Da hob der Riese einen Stein auf und warf ihn so hoch, dass man ihn mit Augen kaum noch sehen konnte: „Nun, du Erpelmännchen, das tu mir nach.“

„Gut geworfen,“ sagte der Schneider, „aber der Stein hat doch wieder zur Erde herabfallen müssen, ich will dir einen werfen, der soll gar nicht wiederkommen“; griff in die Tasche, nahm den Vogel und warf ihn in die Luft. Der Vogel, froh über seine Freiheit, stieg auf, flog fort und kam nicht wieder. „Wie gefällt dir das Stückchen, Kamerad?“ fragte der Schneider. „Werfen kannst du wohl,“ sagte der Riese, „aber nun wollen wir sehen, ob du imstande bist, etwas Ordentliches zu tragen.“ Er führte das Schneiderlein zu einem mächtigen Eichbaum, der da gefällt auf dem Boden lag, und sagte „wenn du stark genug bist, so hilf mir den Baum aus dem Walde heraustragen.“

„Gerne,“ antwortete der kleine Mann, „nimm du nur den Stamm auf deine Schulter, ich will die Äste mit dem Gezweig aufheben und tragen, das ist doch das Schwerste.“ Der Riese nahm den Stamm auf die Schulter, der Schneider aber setzte sich auf einen Ast, und der Riese, der sich nicht umsehen konnte, musste den ganzen Baum und das Schneiderlein noch obendrein forttragen. Es war da hinten ganz lustig und guter Dinge, pfiff das Liedchen „es ritten drei Schneider zum Tore hinaus,“ als wär das Baumtragen ein Kinderspiel. Der Riese, nachdem er ein Stück Wegs die schwere Last fortgeschleppt hatte, konnte nicht weiter und rief: „Hör, ich muss den Baum fallen lassen.“

Der Schneider sprang behendiglich herab, fasste den Baum mit beiden Armen, als wenn er ihn getragen hätte, und sprach zum Riesen: „Du bist ein so grosser Kerl und kannst den Baum nicht einmal tragen.“

Sie gingen zusammen weiter, und als sie an einem Kirschbaum vorbeigingen, fasste der Riese die Krone des Baums, wo die zeitigsten Früchte hingen, bog sie herab, gab sie dem Schneider in die Hand und hiess ihn essen. Das Schneiderlein aber war viel zu schwach, um den Baum zu halten, und als der Riese losliess, fuhr der Baum in die Höhe, und der Schneider ward mit in die Luft geschnellt. Als er wieder ohne Schaden herabgefallen war, sprach der Riese: „Was ist das, hast du nicht Kraft, die schwache Gerte zu halten?“

„An der Kraft fehlt es nicht,“ antwortete das Schneiderlein, „meinst du, das wäre etwas für einen, der siebene mit einem Streich getroffen hat? Ich bin über den Baum gesprungen, weil die Jäger da unten in das Gebüsch schiessen. Spring nach, wenn dus vermagst.“ Der Riese machte den Versuch, konnte aber nicht über den Baum kommen, sondern blieb in den Ästen hängen, also dass das Schneiderlein auch hier die Oberhand behielt.

Der Riese sprach: „Wenn du ein so tapferer Kerl bist, so komm mit in unsere Höhle und übernachte bei uns.“ Das Schneiderlein war bereit und folgte ihm. Als sie in der Höhle anlangten, sassen da noch andere Riesen beim Feuer, und jeder hatte ein gebratenes Schaf in der Hand und ass davon. Das Schneiderlein sah sich um und dachte: „Es ist doch hier viel weitläufiger als in meiner Werkstatt.“ Der Riese wies ihm ein Bett an und sagte, er sollte sich hineinlegen und ausschlafen. Dem Schneiderlein war aber das Bett zu gross, er legte sich nicht hinein, sondern kroch in eine Ecke.

Als es Mitternacht war und der Riese meinte, das Schneiderlein läge in tiefem Schlafe, so stand er auf, nahm eine grosse Eisenstange und schlug das Bett mit einem Schlag durch, und meinte, er hätte dem Grashüpfer den Garaus gemacht.

Mit dem frühsten Morgen gingen die Riesen in den Wald und hatten das Schneiderlein ganz vergessen, da kam es auf einmal ganz lustig und verwegen dahergeschritten. Die Riesen erschraken, fürchteten, es schlüge sie alle tot, und liefen in einer Hast fort.

Das Schneiderlein zog weiter, immer seiner spitzen Nase nach. Nachdem es lange gewandert war, kam es in den Hof eines königlichen Palastes, und da es Müdigkeit empfand, so legte es sich ins Gras und schlief ein. Während es da lag, kamen die Leute, betrachteten es von allen Seiten und lasen auf dem Gürtel: „Siebene auf einen Streich.“ – „Ach,“ sprachen sie, „was will der grosse Kriegsheld hier mitten im Frieden? Das muss ein mächtiger Herr sein.“ Sie gingen und meldeten es dem König, und meinten, wenn Krieg ausbrechen sollte, wäre das ein wichtiger und nützlicher Mann, den man um keinen Preis fortlassen dürfte.

Dem König gefiel der Rat, und er schickte einen von seinen Hofleuten an das Schneiderlein ab, der sollte ihm, wenn es aufgewacht wäre, Kriegsdienste anbieten. Der Abgesandte blieb bei dem Schläfer stehen, wartete, bis er seine Glieder streckte und die Augen aufschlug, und brachte dann seinen Antrag vor. „Eben deshalb bin ich hierher gekommen,“ antwortete er, „ich bin bereit, in des Königs Dienste zu treten.“ Also ward er ehrenvoll empfangen und ihm eine besondere Wohnung angewiesen. Die Kriegsleute aber waren dem Schneiderlein aufgesessen und wünschten, es wäre tausend Meilen weit weg. „Was soll daraus werden?“ sprachen sie untereinander, „wenn wir Zank mit ihm kriegen und er haut zu, so fallen auf jeden Streich siebene. Da kann unsereiner nicht bestehen.“ Also fassten sie einen Entschluss, begaben sich allesamt zum König und baten um ihren Abschied. „Wir sind nicht gemacht,“ sprachen sie, „neben einem Mann auszuhalten, der siebene auf einen Streich schlägt.“ Der König war traurig, dass er um des einen willen alle seine treuen Diener verlieren sollte, wünschte, dass seine Augen ihn nie gesehen hätten, und wäre ihn gerne wieder los gewesen. Aber er getrauete sich nicht, ihm den Abschied zu geben, weil er fürchtete, er möchte ihn samt seinem Volke totschlagen und sich auf den königlichen Thron setzen.

Er sann lange hin und her, endlich fand er einen Rat. Er schickte zu dem Schneiderlein und liess ihm sagen, weil er ein so grosser Kriegsheld wäre, so wollte er ihm ein Anerbieten machen. In einem Walde seines Landes hausten zwei Riesen, die mit Rauben, Morden, Sengen und Brennen grossen Schaden stifteten, niemand dürfte sich ihnen nahen, ohne sich in Lebensgefahr zu setzen. Wenn er diese beiden Riesen überwände und tötete, so wollte er ihm seine einzige Tochter zur Gemahlin geben und das halbe Königreich zur Ehesteuer; auch sollten hundert Reiter mitziehen und ihm Beistand leisten. „Das wäre so etwas für einen Mann, wie du bist,“ dachte das Schneiderlein, „eine schöne Königstochter und ein halbes Königreich wird einem nicht alle Tage angeboten.“

„O ja,“ gab er zur Antwort, „die Riesen will ich schon bändigen, und habe die hundert Reiter dabei nicht nötig: wer siebene auf einen Streich trifft, braucht sich vor zweien nicht zu fürchten.“

Das Schneiderlein zog aus, und die hundert Reiter folgten ihm. Als er zu dem Rand des Waldes kam, sprach er zu seinen Begleitern: „Bleibt hier nur halten, ich will schon allein mit den Riesen fertig werden.“ Dann sprang er in den Wald hinein und schaute sich rechts und links um. Über ein Weilchen erblickte er beide Riesen: sie lagen unter einem Baume und schliefen und schnarchten dabei, dass sich die Äste auf- und niederbogen. Das Schneiderlein, nicht faul, las beide Taschen voll Steine und stieg damit auf den Baum. Als es in der Mitte war, rutschte es auf einen Ast, bis es gerade über die Schläfer zu sitzen kam, und liess dem einen Riesen einen Stein nach dem andern auf die Brust fallen. Der Riese spürte lange nichts, doch endlich wachte er auf, stiess seinen Gesellen an und sprach: „Was schlägst du mich?“

„Du träumst,“ sagte der andere, „ich schlage dich nicht.“ Sie legten sich wieder zum Schlaf, da warf der Schneider auf den zweiten einen Stein herab. „Was soll das?“ rief der andere, „warum wirfst du mich?“

„Ich werfe dich nicht,“ antwortete der erste und brummte. Sie zankten sich eine Weile herum, doch weil sie müde waren, liessen sies gut sein, und die Augen fielen ihnen wieder zu. Das Schneiderlein fing sein Spiel von neuem an, suchte den dicksten Stein aus und warf ihn dem ersten Riesen mit aller Gewalt auf die Brust. „Das ist zu arg!“ schrie er, sprang wie ein Unsinniger auf und stiess seinen Gesellen wider den Baum, dass dieser zitterte. Der andere zahlte mit gleicher Münze, und sie gerieten in solche Wut, dass sie Bäume ausrissen, aufeinander losschlugen, so lang, bis sie endlich beide zugleich tot auf die Erde fielen. Nun sprang das Schneiderlein herab. „Ein Glück nur,“ sprach es, „dass sie den Baum, auf dem ich sass, nicht ausgerissen haben, sonst hätte ich wie ein Eichhörnchen auf einen andere springen müssen; doch unsereiner ist flüchtig!“ Es zog sein Schwert und versetzte jedem ein paar tüchtige Hiebe in die Brust, dann ging es hinaus zu den Reitern und sprach: „Die Arbeit ist getan, ich habe beiden den Garaus gemacht; aber hart ist es hergegangen, sie haben in der Not Bäume ausgerissen und sich gewehrt, doch das hilft alles nichts, wenn einer kommt wie ich, der siebene auf einen Streich schlägt.“

„Seid Ihr denn nicht verwundet?“ fragten die Reiter. „Das hat gute Wege,“ antwortete der Schneider, „kein Haar haben sie mir gekrümmt.“ Die Reiter wollten ihm keinen Glauben beimessen und ritten in den Wald hinein; da fanden sie die Riesen in ihrem Blute schwimmend, und ringsherum lagen die ausgerissenen Bäume. Das Schneiderlein verlangte von dem König die versprochene Belohnung, den aber reute sein Versprechen und er sann aufs neue, wie er sich den Helden vom Halse schaffen könnte. „Ehe du meine Tochter und das halbe Reich erhältst,“ sprach er zu ihm, „musst du noch eine Heldentat vollbringen. In dem Walde läuft ein Einhorn, das grossen Schaden anrichtet, das musst du erst einfangen.“

„Vor einem Einhorne fürchte ich mich noch weniger als vor zwei Riesen; siebene auf einen Streich, das ist meine Sache.“ Er nahm sich einen Strick und eine Axt mit, ging hinaus in den Wald, und hiess abermals die, welche ihm zugeordnet waren, aussen warten.

Er bauchte nicht lange zu suchen, das Einhorn kam bald daher und sprang geradezu auf den Schneider los, als wollte es ihn ohne Umstände aufspiessen. „Sachte, sachte,“ sprach er, „so geschwind geht das nicht,“ blieb stehen und wartete, bis das Tier ganz nahe war, dann sprang er behendiglich hinter den Baum. Das Einhorn rannte mit aller Kraft gegen den Baum und spiesste sein Horn so fest in den Stamm, dass es nicht Kraft genug hatte, es wieder herauszuziehen, und so war es gefangen. „Jetzt hab ich das Vöglein,“ sagte der Schneider, kam hinter dem Baum hervor, legte dem Einhorn den Strick erst um den Hals, dann hieb er mit der Axt das Horn aus dem Baum, und als alles in Ordnung war, führte er das Tier ab und brachte es dem König.

Der König wollte ihm den verheissenen Lohn noch nicht gewähren und machte eine dritte Forderung. Der Schneider sollte ihm vor der Hochzeit erst ein Wildschwein fangen, das in dem Wald grossen Schaden tat; die Jäger sollten ihm Beistand leisten. „Gerne,“ sprach der Schneider, „das ist ein Kinderspiel.“ Die Jäger nahm er nicht mit in den Wald, und sie warens wohl zufrieden, denn das Wildschwein hatte sie schon mehrmals so empfangen, dass sie keine Lust hatten, ihm nachzustellen.

Als das Schwein den Schneider erblickte, lief es mit schäumendem Munde und wetzenden Zähnen auf ihn zu und wollte ihn zur Erde werfen; der flüchtige Held aber sprang in eine Kapelle, die in der Nähe war, und gleich oben zum Fenster in einem Satze wieder hinaus. Das Schwein war hinter ihm hergelaufen, er aber hüpfte aussen herum und schlug die Türe hinter ihm zu; da war das wütende Tier gefangen, das viel zu schwer und unbehilflich war, um zu dem Fenster hinauszuspringen. Das Schneiderlein rief die Jäger herbei, die mussten den Gefangenen mit eigenen Augen sehen; der Held aber begab sich zum Könige, der nun, er mochte wollen oder nicht, sein Versprechen halten musste und ihm seine Tochter und das halbe Königreich übergab. Hätte er gewusst, dass kein Kriegsheld, sondern ein Schneiderlein vor ihm stand, es wäre ihm noch mehr zu Herzen gegangen. Die Hochzeit ward also mit grosser Pracht und kleiner Freude gehalten, und aus einem Schneider ein König gemacht.

Nach einiger Zeit hörte die junge Königin in der Nacht, wie ihr Gemahl im Traume sprach: „Junge, mach mir den Wams und flick mir die Hosen, oder ich will dir die Elle über die Ohren schlagen.“ Da merkte sie, in welcher Gasse der junge Herr geboren war, klagte am andern Morgen ihrem Vater ihr Leid und bat, er möchte ihr von dem Manne helfen, der nichts anders als ein Schneider wäre. Der König sprach ihr Trost zu und sagte: „Lass in der nächsten Nacht deine Schlafkammer offen, meine Diener sollen aussen stehen und, wenn er eingeschlafen ist, hineingehen, ihn binden und auf ein Schiff tragen, das ihn in die weite Welt führt.“ Die Frau war damit zufrieden, des Königs Waffenträger aber, der alles mit angehört hatte, war dem jungen Herrn gewogen und hinterbrachte ihm den ganzen Anschlag. „Dem Ding will ich einen Riegel vorschieben,“ sagte das Schneiderlein.

Abends legte es sich zu gewöhnlicher Zeit mit seiner Frau zu Bett; als sie glaubte, er sei eingeschlafen, stand sie auf, öffnete die Tür und legte sich wieder. Das Schneiderlein, das sich nur stellte, als wenn es schlief, fing an mit heller Stimme zu rufen: „Junge, mach den Wams und flick mir die Hosen, oder ich will dir die Elle über die Ohren schlagen! Ich habe siebene mit einem Streiche getroffen, zwei Riesen getötet, ein Einhorn fortgeführt und ein Wildschwein gefangen, und sollte mich vor denen fürchten, die draussen vor der Kammer stehen!“ Als diese den Schneider sprechen hörten, überkam sie eine grosse Furcht, sie liefen, als wenn das wilde Heer hinter ihnen wäre, und keiner wollte sich mehr an ihn wagen. Also war und blieb das Schneiderlein sein Lebtag König.

 

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