Der Ausschuss für Bauen, Betriebe, Klimaschutz und Umwelt hat bei seiner Sitzung am 8. Juli unter anderem über die Sanierung der Kölner Straße und laufende Baumaßnahmen gesprochen.
Sanierung Kölner Straße
Als die Erkelenzer Innenstadt umgebaut wurde, wurden auch zahlreiche Abwasserkanäle saniert. In der Kölner Straße zwischen Altem Rathaus und Commerzbank/Hut Jansen wurde an zwei Abwasserkanälen gearbeitet. Ein näher an der Straßenoberfläche liegender Kanal wurde saniert, ein tieferliegender Hauptkanal wurde vollständig erneuert. Aufgrund seiner Lage und der in Teilen engen Bebauung innerhalb der Fußgängerzone in der Kölner Straße fand die Erneuerung des tieferliegenden Kanals in bergmännischer Bauweise, im Stollenbauverfahren, statt.
Der marode Kanal, insgesamt etwa 100 Meter lang, wurde in zwei Abschnitten erneuert, zunächst ab Januar 2024 zwischen Altem Rathaus bis etwa zur Mitte des Marktplatzes, dann ab Oktober 2024 zwischen Markt und Commerzbank/Hut Jansen.
Im zweiten Bauabschnitt war es im vergangenen Jahr teilweise zu Absackungen des Pflasters gekommen. Die Absackungen wurden im September 2025 provisorisch aufgearbeitet.
Um das Schadensbild vollständig zu ermitteln und darauf aufbauend eine passende Sanierungsstrategie zu entwickeln, hat die Stadt Erkelenz in den vergangenen Monaten mit externen Fachleuten zusammengearbeitet.
Bereits Ende 2025 wurde als Ursache für die Absackungen ein ausgespülter Untergrund, hervorgerufen durch Starkregenereignisse, in Kombination mit dem noch nicht verfüllten Stollenvortrieb der damals laufenden Kanalsanierung vermutet.
Die Untersuchungen des beauftragten Ingenieurbüros Taberg, das seine Ergebnisse nun im Bauausschuss vorstellte, bestätigen dies.
Das externe Ingenieurbüro untersuchte die Bauweise des Stollens, die teilweise parallellaufenden Arbeiten verschiedener Unternehmen und die extremen Starkregenereignisse im Mai, Juli und September 2025.
Zunächst stellte das Ingenieurbüro heraus, dass das gewählte Stollenbauverfahren vom Grundsatz her ein bewährtes und das richtige Verfahren ist, um in engen Fußgängerzonen wie in der Kölner Straße Abwasserkanäle zu erneuern.
Neben der Erneuerung des Hauptabwasserkanals im Stollenbauverfahren erneuerten die Versorger auch ihre Strom-, Gas- und Trinkwasserleitungen, außerdem wurde Glasfaser verlegt und es wurden Kanalhausanschlüsse repariert. Geplant war, dass die verschiedenen Gewerke baubetrieblich getrennt voneinander arbeiten. Zunächst sollte der Kanal im Stollenbauverfahren erneuert werden, danach sollten die anderen Gewerke folgen. Im tatsächlichen Bauablauf hat sich eine Überlappung der Bauarbeiten ergeben. Trotz der Umstellung auf einen Zweischichtbetrieb benötigte der Stollenvortrieb mehr Zeit als in der Planung angenommen wurde.
Während im zweiten Bauabschnitt zwischen Markt und Hut Jansen/Commerzbank gearbeitet wurde, kam es zusätzlich zu mehreren, kurz aufeinander folgenden Starkregenereignissen. Das Regenwasser drang auf verschiedenen Wegen in den Stollen ein und nahm den umliegenden Lößlehm sowie Füllmaterial aus der Umgebung in den Stollen mit. So spülte das Regenwasser Hohlräume zwischen den Stollen und die Straßenoberfläche, die schlussendlich zu den Absackungen des Pflasters führten.
Das Ingenieurbüro stellte in seinem Gutachten fest, dass der Schaden nicht auf einzelne Beteiligte zurückzuführen ist. Es war zum Zeitpunkt der Arbeiten nicht erkennbar, dass eine Überlappung der Gewerke zu dem vorliegenden Schaden führen konnte oder dass eine andere Arbeitsweise in der Kölner Straße notwendig gewesen wäre.
Im September 2025, kurz nach dem Starkregen am 9. September, wurde der Stollen verfüllt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Hohlräume bereits entstanden. Durch die Verfüllung des Stollens wurde der Prozess, der zu den Absenkungen führte, zwar unterbrochen, jedoch belegt eine regelmäßige Überwachung des Bodens, dass es nach wie vor kleinere Setzungen gibt. Dies legt nahe, dass trotz der Verfüllung der offensichtlichen Hohlräume im September 2025 noch weitere zu wenig verdichtete Bereiche im Untergrund vorhanden sind.
Um diese zu eliminieren, schlägt das Ingenieurbüro vor, in einem vorab definierten Raster ein spezielles mineralisches Produkt in den Boden zu injizieren, das üblicherweise zur Verfestigung instabiler Untergründe eingesetzt wird.
Die Stadt Erkelenz folgt dem Vorschlag des auf Umwelt, Bergbau und Geotechnik spezialisierten Ingenieurbüros und bereitet noch in diesem Jahr die Ausschreibung vor, um ein für die Sanierung der Kölner Straße geeignetes Unternehmen zu finden. Geplant ist, dass die Sanierung Anfang 2027 nach den nassen Wintermonaten beginnt. Darauf sollen die Bauarbeiten in der Ostpromenade folgen, die im Mai 2026 durch den Bauausschuss beschlossen wurden.
Arbeiten an öffentlichen Gebäuden
Verschiedene Baumaßnahmen wie die Instandsetzung der Trauerhalle in Gerderath oder der Einbau eines Aufzugs in die Leonhardskapelle wurden kürzlich abgeschlossen. An der Erkelenzer Burg haben die Arbeiten für die barrierefreie Erschließung begonnen. Die Rohbauarbeiten sollen bis zur Burgkirmes im September abgeschlossen sein.
Arbeiten an Schulen, Kitas und Spielplätzen
Die Grundschule in Kückhoven wird seit etwa drei Jahren erweitert und saniert. Aktuell befinden sich die Arbeiten auf der Zielgeraden, die letzten Räume sollen zum neuen Schuljahr 2026/2027 in Betrieb gehen.
In den Sommerferien finden in verschiedenen Schulen Ausbesserungsarbeiten statt, zum Beispiel werden die Klassenraumtüren und Bodenbeläge in den Fluren der Realschule erneuert.
Die Kita Bauxhof wird seit September 2024 neu errichtet. Auch hier befinden sich die Arbeiten auf der Zielgeraden. Die Kita-Plätze sind zum 1. Oktober 2026 vergeben, bis dahin ist das Gebäude nutzbar. Der Außenbereich wird voraussichtlich ab August hergestellt und soll ebenfalls im Oktober fertiggestellt werden.
Auch der Außenbereich der Kita Adolf-Kolping-Hof soll aufgewertet werden. Für den U3-Bereich soll ein neues Spielgerät aufgebaut und eine Sandfläche hergestellt werden, für den Ü3-Bereich ist eine Bobbycar-Bahn vorgesehen. Die Arbeiten sollen im Herbst abgeschlossen werden.
Erneuerung Anton-Heinen-Straße
Die ersten beiden Bauabschnitte der Anton-Heinen-Straße zwischen Krefelder Straße und Baumschulweg sind komplett fertiggestellt. Im dritten Bauabschnitt, der bis zur Kreuzung der Brückstraße geht, werden derzeit die Entwässerungsleitungen verlegt und der Straßenoberbau hergestellt. Die Baumaßnahme liegt aktuell im Zeitplan, die Anton-Heinen-Straße soll in diesem Jahr fertiggestellt werden.
Erschließung von Baugebieten
Das Baugebiet am Mennekrather Kirchweg ist vollständig erschlossen, die Abnahme ist erfolgt. Die Erschließungsarbeiten im Baugebiet Oerather Mühlenfeld West sind bis auf die Pflasterarbeiten und Straßenbauarbeiten weitgehend abgeschlossen. Im Baugebiet am Neuser Weg in Gerderath finden derzeit die Erschließungsarbeiten statt, unter anderem wurde der Untergrund für den Straßenbau hergestellt und erste Arbeiten an den Versickerungsanlagen haben begonnen.
Während in den genannten Baugebieten Wohnraum geschaffen wird, soll am Weidbruchsweg in Gerderath zunächst das neue Gebäude der Floßbachschule, eine Förderschule in Trägerschaft des Kreises Heinsberg, errichtet werden. Die Erschließungsarbeiten für das Baugrundstück beginnen in den kommenden Wochen. Das ebenfalls geplante Baugebiet soll zu einem späteren Zeitpunkt erschlossen werden.