Schiedsämter in Erkelenz: Amtswechsel

Nach zwölf Jahren als Schiedsmann hat sich Manfred Nause Ende 2025 von seinem Ehrenamt zurückgezogen. Anfang 2026 wurde seine Nachfolgerin Sarah Graszt ins Schiedsamt eingeführt. Schiedsmann Ingo Uhr ist seit dem 1. Januar für das westliche Stadtgebiet zuständig und ebenfalls neu im Amt.

„Das Gefühl, wenn man wirklich helfen kann, das ist etwas sehr Schönes“, berichtet Manfred Nause während seiner Verabschiedung im Erkelenzer Rathaus. Der Schiedsmann war zwölf Jahre für das Stadtzentrum als ehrenamtlicher Streitschlichter eingesetzt. Rund zwei bis vier Schlichtungsverfahrenhat er jedes Jahr verhandelt. Häufiger hat er Telefonate geführt und auf diese Weise dazu beigetragen, dass Nachbarschaftsstreitigkeiten und kleinere Delikte wie Beleidigungen ohne ein gerichtliches Verfahren beigelegt werden. „Es geht im Schiedsamt darum, empathisch zu bleiben und darauf hinzuwirken, dass die Parteien miteinander ins Gespräch kommen“, so Nause. Während seiner Zeit als Schiedsmann hat er so 50 bis 70 Streitfälle beigelegt.

„Das Schiedswesen ist eine eigenwillige Konstruktion zwischen der Kommune als Exekutive und dem Amtsgericht als Judikative“, ordnete Richter Hartmut Bönnen, Direktor des ErkelenzerAmtsgerichtes, ein. Das Schiedswesen ist ein Ehrenamt mit einer rund 200 Jahre alten Tradition. Es fängt Privatdelikte auf und verfolgt auch heute noch das Ziel, kleinere straf- und zivilrechtliche Schlichtungsverfahren ohne Gericht beizulegen.

Zum 1. Januar wurden Sarah Graszt und Ingo Uhr als Schiedsleute vereidigt. Graszt ist für den Bezirk I zuständig, dazu gehört die Stadtmitte und Borschemich, Uhr für den Bezirk II, dazu gehört unter anderem Gerderath, Schwanenberg, Matzerath, Houverath und das Oerather Mühlenfeld. Beide wurden vom Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Erkelenz für die Dauer von fünf Jahren in das Ehrenamt gewählt. Ein Treffen zur Übergabe fand am 11. Februar im Rathaus statt.

„Ich habe Recht schon immer als spannend empfunden, beim Schiedswesen kommt jetzt auch das Zwischenmenschliche hinzu“, freute sich Uhr auf seine neue Aufgabe. Sarah Graszt, beruflich tätig als Heilerziehungspflegerin, trat bereits häufiger als Streitschlichterin auf. „Ich wünsche mir, dass in der Gesellschaft die Menschen wieder mehr zueinander finden, und ich möchte ein Teil davon sein, genau das zu ermöglichen“, beschrieb sie ihre Motivation für das Ehrenamt.

Beide wurden für das Schiedswesen geschult, das erste Schiedsverfahren steht in einem Fall bereits an. „Die Routine kommt mit dem Machen, die Motivation für das Amt ist das Wesentliche“, ist sich Schiedsmann Ingo Uhr sicher.

Dies bestätigte Erster Beigeordneter und Rechtsdezernent Dr. Hans-Heiner Gotzen: „Es geht beim Schiedswesen weniger darum herauszufinden, wer Recht hat und wer nicht, sondern darum, zu schlichten.“

Die Kontaktdaten aller Schiedspersonen für das Stadtgebiet sind auf der Webseite der Stadt Erkelenz  zu finden.

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