In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 10. September wurde unter anderem der Jahresabschlussentwurf 2025 vorgestellt. Außerdem wurde beschlossen, dass die Vermarktungsstrategie für die Tiny-House-Siedlung in Erkelenz geändert wird.
Jahresabschlussentwurf 2025 der Stadt Erkelenz
Kämmerer Norbert Schmitz stellte die wichtigsten Eckdaten des Jahresabschlussentwurfes 2025 vor. Der Haushaltsansatz 2025 wurde kaufmännisch vorsichtig mit einem negativen Jahresergebnis von 1,36 Millionen Euro geplant. Die Ergebnisrechnung, die die tatsächlichen Aufwendungen und Erträge des vergangenen Jahres gegenüberstellt, schließt mit einem positiven Ergebnis von etwa 5,4 Millionen Euro ab. Grund ist eine Rekordeinnahme: Mit 40,15 Millionen Euro nimmt die Stadt Erkelenz im Jahr 2025 so hohe Erträge bei der Gewerbesteuer ein wie noch nie zuvor. „Dieser sprunghafte Anstieg liegt jedoch vor allem an Nachveranlagungen aus den vorherigen Jahren und nicht nur an höheren Gewinnen der Erkelenzer Unternehmen“, ordnet Schmitz ein. „Wenn wir im laufenden Jahr 2026 bei der Gewerbesteuer rund 31 Millionen einnehmen und damit den diesjährigen Ansatz erreichen, bin ich zufrieden.“
Die Ausgleichsrücklage der Stadt, sozusagen das Polster für schlechte Zeiten, ist im vergangenen Jahr auf 51,78 Millionen Euro gestiegen und liegt damit leicht über dem Rekordniveau aus 2023. Im Rahmen der Finanzrechnung werden die Ein- und Auszahlungen gegenübergestellt, um einen Überblick über die Zahlungsströme und die Liquidität der Stadt zu erhalten.
Insgesamt lag 2025 ein Einnahmenüberschuss aus der laufenden Verwaltungstätigkeit vor. Aufgrund von Investitionen sowie der Tilgung von Krediten ist die Liquidität, also die freie Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, im vergangenen Jahr jedoch gesunken. Am 31. Dezember 2025 lag die Liquidität bei etwa 4,5 Millionen Euro, Ende 2023 lag sie noch bei 27 Millionen Euro.
20,8 Millionen Euro hat die Stadt Erkelenz im vergangenen Jahr in die Infrastruktur investiert. Dazu gehörte unter anderem die Sanierung des Marktplatzes mit 3,2 Millionen Euro, die energetische Sanierung der Grundschule in Kückhoven mit 1,2 Millionen Euro und die Sanierung der Alten Schule in Holzweiler mit 1,3 Millionen Euro. Weiterhin wurden 1,1 Millionen Euro aus Kreditverbindlichkeiten getilgt. Die Stadt Erkelenz hat ihre Schulden somit auf 820.000 Euro gesenkt.
„Insgesamt ist der Jahresabschluss 2025 erfreulich, jedoch müssen wir im Blick behalten, dass die negativen Entwicklungen, die die Gemeinschaft der Kommunen in NRW bereits trifft, perspektivisch auch auf uns zukommen“, bewertet Schmitz.
So bedeutet die Rekordeinnahme bei der Gewerbesteuer im vergangenen Jahr, dass die Stadt Erkelenz in 2027 geringere Schlüsselzuweisungen des Landes Nordrhein-Westfalen erhält. Mit den Schlüsselzuweisungen wird ein steuerlicher Ausgleich geschaffen: die Kommunen, die finanzschwächer sind, erhalten mehr Unterstützung aus Steuermitteln des Landes als finanzstarke Kommunen. Weiterhin werden die Aufwände in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe weiter ansteigen, ohne dass es eine ausreichende Gegenfinanzierung vonseiten des Landes oder des Bundes gibt.
Zu befürchten ist außerdem eine massive Erhöhung der Kreisumlage, mit der der Haushalt der Stadt Erkelenz belastet wird. Aus den Einnahmen der Kreisumlage finanziert der Kreis Heinsberg beispielweise den Bau und die Unterhaltung von Kreisstraßen, der Berufsschule, der Volkshochschule sowie sonstiger Einrichtungen, die von mehr oder weniger allen kreisangehörigen Einwohner*innen benötigt und genutzt werden.
„Die Herausforderung für die kommenden Jahre ist und bleibt, den Saldo aus der laufenden Verwaltungstätigkeit, die Liquidität und die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur in einen positiven Einklang zu bringen, um die Stadtfinanzen weiterhin generationengerecht aufzustellen“, blickt Kämmerer Norbert Schmitz in die Zukunft. „Dass das zunehmend schwieriger wird, ist bei den Planungen für das Haushaltsjahr 2027 bereits erkennbar.“
Tiny-House-Siedlung: Änderung Vermarktungsstrategie
Im Juli 2025 hatte der Haupt- und Finanzausschuss die Rahmenbedingungen für die Vermarktung des Grundstücks im neuen Baugebiet am Mennekrather Kirchweg in Erkelenz beschlossen, auf dem eine Siedlung für Kleinwohnformen entstehen soll.
Geplant war, dass das gesamte Grundstück mit einer Fläche von 3.287 Quadratmetern durch einen Bauträger, Kapitalanleger oder Baugemeinschaften mittels einer Konzeptvergabe veräußert wird. Die Bewerbungsfrist lief am 2. August 2026 jedoch aus, ohne dass Angebote eingereicht wurden.
Am Konzept einer Siedlung für Kleinwohnformen (Tiny- House-Siedlung) hält die Verwaltung fest, weshalb im Ausschuss über den Vorschlag diskutiert wurde, nunmehr Einzelgrundstücke zu vermarkten. Dazu hat die Verwaltung eine erste Skizze einer möglichen Aufteilung vorgestellt, bei der 12 Grundstücke möglich sind. Die vorgesehenen Grundstücke weisen eine Größe zwischen rund 180 und 300 Quadratmetern auf. Im Mittelpunkt der Siedlung verbleibt ein Gemeinschaftsgrundstück, das an die meisten Gärten angrenzt sowie über zwei Stichwege erreicht werden kann. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, das Grundstück im Rahmen einer Vergabe von Einzelgrundstücken zu vermarkten.
Die Stadt bereitet nun bis zur Ausschusssitzung im November die neuen Vergabeunterlagen sowie den Kriterienkatalog vor, damit der Ausschuss über die neuen Rahmenbedingungen entscheiden kann. Ziel ist, zum Jahresbeginn 2027 erneut in die Vermarktung der Grundstücke einzusteigen.
